Kulturstiftung
der deutschen Vertriebenen

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Witold Stankowski

Lager für Deutsche in Polen

am Beispiel Pommerellen/ Westpreußen (1945 - 1950)
Durchsicht und Analyse der polnische Archivalien

Eine Geschichte der Lager für Deutsche in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg konnte bislang nicht geschrieben werden, waren doch die wenigen erhaltenen, verstreut aufbewahrten Quellen hierzu nicht zugänglich oder zumindest nicht systematisch erfasst. 

Hier werden nun erstmals Dokumente sowie Angaben aus einschlägigen polnischen Archivalien vorgestellt, die in die Problematik der Lager für Deutsche einführen sollen. Beschreibungen der Lager für die internierten Deutschen und der dort herrschenden Lebensumstände, Angaben zur Zahl der der Internierten und zur Zahl der dort Umgekommenen. Die Dokumente erscheinen erstmals in polnischer Sprache und deutscher Übersetzung. 

Ergänzt wird der Band durch die erstmalige Veröffentlichung vom Autor entdeckter photographischer Zeugnisse der Vertreibung/ Aussiedlung im schlesischen Raum.

Historische Forschungen
203 S., gebunden, Bonn 2001, EUR 14,30
Bestell-Nr. 01-307

 

 

Auszüge aus der Einführung

"Der politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel, der in den osteuropäischen Ländern in den Jahren 1989/ 1990 stattfand, hatte auch einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der Geschichte. Demokratie und Redefreiheit ermöglichten die Diskussion und den Meinungsaustausch zu Themen, die früher aus politischen Gründen nicht berührt werden konnten. Dank dessen verschwinden aus der polnischen historischen Wissenschaft Tabuthemen, unter ihnen das der neueren polnisch-deutschen Beziehungen. Als Beispiel hierfür ist das Problem der deutschen Minderheit in Polen in den Jahren 1918 – 1939 zu nennen, das der Verifikation und der Ergänzung der bisherigen Feststellungen bedarf. Es handelt sich hier um die Antwort auf die Frage, ob die deutsche Minderheit in der Zwischen­kriegszeit eine loyale oder illoyale Volksgruppe im Rahmen der polnischen Gesellschaft bildete. Das typische Tabuthema der polnischen historischen Wissenschaft war indes das Problem der Deutschen aus den nach dem Zweiten Weltkrieg polnisch verwalteten Gebieten. Es geht hier um die Vertreibung/ Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus Polen in den Jahren 1945 – 1950.

Das Problem der Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen wurde von der polnischen historischen Wissenschaft vor der Wende von 1989/ 1990 nicht hinreichend bzw. fast gar nicht bearbeitet. Eine Diskussion zu diesem Thema war weder in den polnischen Historikerkreisen noch in der Gesellschaft möglich. Politische Erwägungen standen dem entgegen. Politische Macht und Parteileitung – es handelte sich hier um die polnische Kommunistische Partei – betrachteten das Problem als zu gefährlich für die polnische Staatsräson. Die Folge war eine Einschränkung der wissenschaftlichen Forschungen und der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse. Alle Publikationen, die diesem Problem gewidmet waren – es sind dies nur wenige Titel – wurden von der Partei bzw. den Regierungsstellen und deren Zensur genehmigt. So schrieb im Jahre 1969 Tadeusz Białecki ein Buch über die Vertreibung/ Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus Pommern. Im gleichen Jahr beschäftigte sich Bronisław Passierb mit diesem Thema am Beispiel von Niederschlesien. Krzysztof Skubiszewski stellte die Vertreibungen/ Aussiedlungen aus Ostmitteleuropa (Polen, Ungarn, Jugoslawien und der Tschechoslowakei) nur allgemein dar. Mit der Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen beschäftigte sich Stefan Banasiak, dessen Buch aber nur in geringer Auflage her­ausgegeben wurde und nur zum dienstlichen Gebrauch bestimmt war. Außerdem beschrieben Mirosław Cygański, Ryszard Zieliński, Janusz Ziółkowski dieses Problem sehr allgemein. Der Überblick über diese Literatur deutet darauf hin, dass nicht nur die Veröffentlichungen, sondern auch bereits die Forschungen zu diesem Thema durch die Zensur eingegrenzt waren. Diese einzigen, oben erwähnten Publikationen behandeln das Thema zudem keineswegs erschöpfend.

Die deutsche Seite beschäftigte sich stets sehr intensiv mit dem Problem der Vertreibung der Deutschen aus Polen. Davon zeugen sowohl eine große Zahl wissenschaftlicher Arbeiten und Erinnerungsliteratur als auch wissenschaftliche Tagungen. Für diese Pro­blematik interessieren sich vorwiegend Kreise der Deutschen, die aus Polen vertrieben wurden. Das sind sowohl die Landsmannschaften und der Bund der Vertriebenen als auch verschiedene Institutionen, wie die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und der Ostdeutsche Kulturrat. Die Landsmannschaft Westpreußen vereinigt die Deutschen aus Pommerellen und dem übrigen Westpreußen, die aus diesem Gebiet in den Jahren 1945 – 1950 vertrieben wurden. Das Ergebnis der Tätigkeit der Landsmannschaft Westpreußen sind zahlreiche Monographien über die westpreußischen Kreise und Städte, in denen die Vertreibung einen gesonderten Platz einnimmt. Recht interessant sind Erinnerungen, die sich mit der tragischen Episode der Flucht aus der Heimat und der Vertreibung befassen. Das erste Buch über das Lager Potulitz der Jahre 1945­/ 1950 ist sehr spät, erst im Jahre 1995 erschienen. Der Verfasser, Hugo Rasmus, stammt aus Bromberg, hat nicht nur deutsche Quellen und Berichte deutscher Lagerinsassen, sondern auch polnische Archivalien für die Bearbeitung der Problematik gesammelt und benutzt. Es ist eine umfangreiche Aufarbeitung der Geschichte des Lagers Potulitz nach dem Zweiten Weltkrieg. Ebenfalls waren Quellen aus polnischen Archiven Grundlage einer Bearbeitung durch Helga Hirsch. Die deutsche Verfasserin gab ein interessantes Buch mit dem bezeichnenden Titel „Die Rache der Opfer. Deutsche in polnischen Lagern 1944 – 1950“ heraus. Am Beispiel der tragischen Schicksale nicht nur der Deutschen, sondern auch der Polen, erwähnt sie die Geschichte der Lager für die Deutschen in Polen.

Die Bearbeitung der Tabuthemen in der neueren Geschichte der polnisch-deutschen Beziehungen, so die Vertreibung/ Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus Polen in den Jahren 1945 – 1950, wurde aber auch zum wissenschaftlichen Thema polnischer Historiker. Dank des Zugangs zu fast allen Archivalien in polnischen Urkundensammlungen gerieten nach der Wende 1989/ 1990 viele zu dieser Zeit unbekannte Dokumente an das Licht der Öffentlichkeit. Auf diesen Dokumente basierend schrieb man immer häufiger sowohl wissenschaftliche Abhandlungen als auch populärwissenschaftliche Presseartikel und Bücher. Das Problem des Schicksals, der Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen in den Jahren 1945 – 1950 wurde zum Thema von Magister- und Doktorarbeiten. Man kann dies am Beispiel von Pommerellen beobachten. Wissenschaftliche Forschungen über die deutsche Bevölkerung während der Jahre 1945 – 1950 in Ober- und Niederschlesien, Pommern, Westpreußen und im südlichen Ostpreußen betrieben Historiker an den Hochschulen und Universitäten sowie sonstigen wissenschaftlichen Einrichtungen in Danzig/ Gdańsk, Allenstein/ Olsztyn, Posen/ Poznań, Stolp/ Słupsk, Stettin/ Szczecin und Warschau/ Warszawa, Breslau/ Wrocław und Grünberg/ Zielona Góra.

Wurde es mit der politischen Wende der Jahre um 1989/ 1990 den polnischen Historikern möglich, die Problematik der Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen während der Jahre 1945 – 1950 aufzuarbeiten, so galt dies auch für andere ostmittel­europäische Länder. Allerdings bestehen unter den Historikern noch immer unterschied­liche Auffassungen über die Zahl der Verluste der deutschen Bevölkerung. Der größte Dissenz besteht zwischen den Historikern der jüngeren und der älteren Generation. Die ältere polnische Generation, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat, betrachtet die Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen immer noch als durch den Krieg gerechtfertigt. Nach dem Kriege empfand die polnische Gesellschaft das Problem der Vertreibung/ Aussiedlung und den Verlust der Heimat nicht als kollektive Tragödie der Deutschen, sondern lediglich als die einzelner deutscher Familien in der Atmosphäre der Nachkriegszeit. Über das Schicksal der Deutschen, z.B. den Aufenthalt in den Lagern, wussten die Polen nichts oder wollten sie auch bewusst nichts wissen. Das Bild des letzten Krieges war bei ihnen tief haften geblieben. Dieses nutzten die Kommunisten für ihre Propaganda. Folglich wurde die Eingliederung der „wiedergewonnenen Gebiete“ in den polnischen Staat als gerecht empfunden und Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen als Mittel zur Stabilisierung der Situation in Ostmitteleuropa und in Polen angesehen. Der polnische Politiker und Minister Władysław Gomułka erklärte in einer Rede Ende des Jahres 1945: „... das Problem der Aussiedlung der Deutschen ist aus verschiedenen Gründen das dringlichste [...]. Wir wollen in unserem Land kein uns feindliches und fremdes deutsches Element haben. Die Erfahrung des letzten Krieges hat gezeigt, wie schädlich für Polen diese Handvoll Deutscher war, die in unserem Land lebte [...]. Wir bemühen uns, die Deutschen auf humane Weise umzusiedeln ...“ Bei der großen Mehrheit des polnischen Volkes besteht die Auffassung, dass, wenn es Hitler und seine Verbrechen im Zweiten Weltkrieg nicht gegeben hätte, die Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen nicht möglich gewesen wäre. Der ehemalige polnische Premierminister Tadeusz Mazowiecki sagte, man müsse unterscheiden, ob die Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen ein Kriegsziel oder eine Kriegsfolge gewesen sei. In Polen sei die Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen eine Kriegsfolge gewesen.

Die junge, nach dem Krieg geborene Generation der Polen hat Informationen über die Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen erst nach der politischen Wende erhalten. Im Zusammenhang mit dem Generationenkonflikt steht das Problem der Terminologie. In Polen spricht man von der Aussiedlung der Deutschen – so die offizielle Terminologie – in Deutschland aber von deren Vertreibung. Erst seit der politischen Wende wird der Begriff „Vertreibung“ auch in Polen benutzt. In den Kreisen polnischer Wissenschaftler, Historiker, Juristen und teilweise auch der Politiker ist die Bezeichnung Vertreibung sogar zunehmend gängig geworden. Es ist jedoch in polnischer Sprache nur ein einziges Buch mit dem Titel „Die Vertreibung der Deutschen“ erschienen, das Buch von Maria Podlasek. Es ist merkwürdig, dass außer in der Rede von Władysław Gomułka über die Vertreibung der Deutschen diese Bezeichnung von den anderen polnischen Kommunisten nie verwendet worden ist. Im Anhang zum Protokoll der Sitzung des Politbüros der Polnischen Arbeiterpartei vom 6. Oktober 1945 heisst es: „... das Proletariat stellt sich in der gegenwärtigen Etappe folgende politische Hauptziele:

a) die Vereinigung aller demokratischen und antifaschistischen Kräfte des Volkes [...] für die Vertreibung [W.S.] der Deutschen hinter die Oder und Neiße ...“ Die polnischen Historiker, die mit der Zeitgeschichte befasst sind, vertreten die Auffassung, dass die Vertreibung/ Aussiedlung der Deutschen vor dem Potsdamer Konferenz als die „wilde Vertreibung“ bezeichnet werden dürfe. Im Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutsch­land und der Republik Polen über die Bestätigung der zwischen ihnen bestehenden Grenze vom 14. November 1990 finden wir die zwischen der deutschen und der polnischen Seite kontroversen Begriffe: „... eingedenk dessen, dass seit Ende des Zweiten Weltkrieges 45 Jahre vergangen sind, und im Bewusstsein, dass das schwere Leid, das dieser Krieg mit sich gebracht hat, insbesondere auch der von zahlreichen Deutschen und Polen erlittene Verlust ihrer Heimat durch Vertreibung oder Aussiedlung [W.S.], eine Mahnung und Herausforderung zur Gestaltung friedlicher Beziehungen zwischen beiden Völkern und Staaten darstellt ...“ In diesem Sinne hat der Verfasser beide Begriffe, Vertreibung/ Aussiedlung, benutzt.

Die umfassende Aufarbeitung des Schicksals der Deutschen in Polen in den Jahren 1945­ – 1950 ist eine schwierige Aufgabe. Bisherige Buchveröffentlichungen enthalten Informationen über die Zahl der Deutschen in einzelnen Regionen bzw. Gebieten, eine ausschnitthafte Beschreibung ihres Lebens, der Art und Weise der Vertreibungen/ Aus­sied­lungen. Eine gewisse Lücke der wissenschaftlichen Forschungen betrifft die Berichte über die Behandlung der Deutschen durch die polnische Zivilbevölkerung, die polnischen Behörden und die sowjetischen Soldaten. Der Aufenthalt der Deutschen in den Arbeitslagern ist immer noch ein Tabuthema. Edmund Nowak hat im Jahre 1991 eine Arbeit über die Geschichte des Arbeitslagers in Lamsdorf/ Łambinowice veröffentlicht, in dem sich neben Deutschen auch Polen und Angehörige anderer Nationen befanden. Dies war eine Pionierarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Lagers für Deutsche geleistet hat. Es ist sehr schwierig, die genaue Zahl der Arbeitslager für Deutsche im südlichen Ostpreußen, in Westpreußen, Pommern, Großpolen und Ober- sowie Niederschlesien anzugeben. Die großen Hauptlager wurden erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gegründet, bestanden aber schon während des Zweiten Weltkrieges als Kriegsgefangenen-, Wehrertüchtigungs- und Reichsarbeitsdienstlager sowie als Konzentrationslager hauptsächlich für die jüdische und polnische Bevölkerung. Viele dieser Lager haben der sowjetische Sicherheitsdienst (NKWD) und der polnische Geheimdienst (UB) weiter benutzt. Die Dokumente der Lager des NKWD befinden sich nicht in polnischen Archiven, wodurch wissenschaftliche Forschungen erschwert werden. Die Dokumente der polnischen Arbeits- und Internierungslager sind unterschiedlicher Art. Sie bestehen aus der Korrespondenz des Lagervorstandes und der Kommandanten mit den Vorgesetzten sowie aus statistischen Daten und Berichten der Lagerleitung. Auf der Grundlage dieser Dokumente ist es schwierig, ein getreues Bild vom Leben der Deutschen in den Lagern zu gewinnen. Die Korrespondenz der Lagerleitung enthält hierüber entweder keine Angaben oder diese sind unglaubwürdig.

Dokumente und Archivalien über die Lager für Deutsche sind vor allem in den polnischen Staatsarchiven vorhanden. Dort befinden sich auch die Akten der Untersuchungshäftlinge und der Strafanstalten. Im Staatsarchiv Bromberg/ Bydgoszcz sind der Bestand „Zentrales Arbeitslager Potulitz“ sowie die Personalakten in Aufbewahrung. Einzelne Dokumente über die Lager in Pommerellen/ Westpreußen enthalten die Bestände: Woiwodschaftsamt Danzig in den Jahren 1945 – 1950 (Urząd Wojewódzki Gdański 1945 – 1950) im Staatsarchiv Danzig und Woiwodschaftsamt Pommerellen in den Jahren 1945 – 1950 (Urząd Wojewódzki Pomorski 1945 – 1950) im Staatsarchiv Bromberg. Auch im Archiv der Neuen Akten in Warschau (Archiwum Akt Nowych w Warszawie) und im Archiv des Auswärtigen Amtes in Warschau (Archiwum Ministerstwa Spraw Zagranicznych) befinden sich sehr interessante Bestände: die Akten der Woiwodschaftsämter, der Starosteien und des Staatlichen Repatriierungsamtes (PUR). Im Archiv der Neuen Akten sind die reichhaltigsten Archivalien vorhanden, nämlich die Bestände des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit, des Departements der Gefängnisse, des Ministeriums der Öffentlichen Verwaltung und des Ministeriums für die Wiedergewonnenen Gebiete. Im Archiv des Auswärtigen Amtes in Warschau ist der Bestand Nr. 10 wichtig. Interesssant sind die Archivalien, die sich im Zentralen Miltärarchiv in Warschau (Centralne Archiwum Wojskowe w Warszawie) befinden. Besonders geht es hier um die Akten aus dem Bestand der Sammlung Russischer Akten 1939 – 1956(Kolekcja Akta Rosyjskie 1939 – 1956). Dort finden sich die Nachrichten über die Deportationslager des NKWD für die deutsche und polnische Bevölkerung. Insgesamt gibt es in den Archiven – wie geschildert – unterschiedliche Archivalien, die uns mehr oder weniger ein Bild der Lagers für Deutsche vermitteln. Diese Akten weisen indes viele Materiallücken auf.

Die vorliegende Arbeit betrifft das Gebiet Polens, vor allem aber die historische Region (Gebiet, Provinz, Woiwodschaft) Pommerellen/ Westpreußen. Die Kurzbezeichnung „Pommerellen“ wurde in der Zwischenkriegszeit sowohl von der deutschen wie auch von der polnischen Seite gebraucht. Die Bezeichnung betrifft das Gebiet der damaligen Woiwodschaft Pommerellen (województwo pomorskie). Die Woiwodschaft Pommerellen wurde im Jahre 1938 vergrößert (siehe Anhang 1), so dass man damals von „Groß Pommerellen“ (Wielkie Pomorze) sprach. Unter dem Begriff Pommerellen versteht man aber auch die Region Pomorze Gdańskie. Das Gebiet liegt zwischen Pommern (Pomorze Zachodnie), Ermland und Masuren (Warmia i Mazury) und Kujawien. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Pommerellen dem Reichsgau Danzig-Westpreußen eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete man zwei Woiwodschaften: Pommerellen (województwo pomorskie), später, Anfang 1950, in Woiwodschaft Bromberg (województwo bydgoskie) umbenannt, und die Woiwodschaft Danzig (województwo gdańskie). Die Woiwodschaft Danzig umfasste den Teil der Woiwodschaft Pommerellen aus der Zeit von 1918 – 1939 und die ehemalige Freie Stadt Danzig (siehe Anhang 2 und 3). Die Woiwodschaft Pommerellen der Zwischenkriegszeit bildete nur einen Teil der Provinz Westpreußen (62 %). Die Provinz Westpreußen war eine Provinz des preußischen Staates (Anhang 4)."