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Kunsthistorische Fachtagung
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Der grenzübergreifenden Erforschung des kulturellen Erbes der historischen deutschen Ost- und Siedungsgebiete, hier insbesondere der Bildenden Kunst und der verbliebenen Kunstdenkmäler, widmen sich die Kunsthistorischen Fachtagungen der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen.
Die 5. Internationale Fachtagung zur Backsteinarchitektur in den Ostseeregionen wurde veranstaltet gemeinsam mit dem Caspar-David-Friedrich-Institut, Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Greifswald und in Zusammenarbeit mit dem Pommerschen Landesmuseum, Greifswald.
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Ecclesiae ornatae Kirchenausstattungen 5.
Internationale Fachtagung zum Backsteinbau in den Ostseeregionen der
Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen (Bonn) und des
Caspar-David-Friedrich-Instituts (Lehrstuhl für Kunstgeschichte) der
Universität Greifswald 13.
- 15. Oktober 2005 Wissenschaftliche
Leitung und Planung: Redaktion: |
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Seit mehreren Jahren wird, worauf Dr. Müller in seiner Einführung in die Tagungsthematik hinwies, die Forschung zum Kirchenbau durch einen Ansatz bereichert, der die Sakralbaukunst nicht allein unter architektonischen Gesichtspunkten untersucht, sondern sie in ihrer funktionalen Durchgliederung vorstellt. Um die Funktionsbereiche umfassend zu beschreiben, werden verstärkt auch die Ausstattungsgegenstände und die gesamte, ständigen Wandlungen unterliegende Gestaltung des Innenraums einbezogen. Die Kunstwerke in den Kirchen aus ihrer musealen Erstarrung zu holen, Kirchen als Aktionsräume zu rekonstruieren, dies sollte die Tagung für die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kirchen des südlichen Ostseeraums leisten, mithin eines einheitlichen Kulturraums, der von Lübeck über Mecklenburg, Pommern, Danzig und das Deutschordensland Preußen bis ins Baltikum reicht, aber auch nach Süden, etwa nach Schlesien, und in weitere benachbarte Landschaften ausstrahlt, und einen besonderen Reichtum an Objekten bietet.
Nicht zuletzt waren die tiefgreifenden Wandlungen des sakralen Raums in Folge von Reformation und katholischer Reform zu betrachten. Dass dabei der Respekt vor dem von reformatorischer Seite als überholt betrachteten „Glauben der Väter“ gerade in den Städten des südlichen Ostseeraums die Kirchen davor bewahrte, in bilderstürmerischen Aktionen leergefegt zu werden, belegte in seinem einführenden Vortrag Prof. Dr. Gerhard Eimer. Hier zeigte sich das Gewaltaktionen abholde Luthertum als bewahrender Faktor, wenn auch manches Gerät, was dem liturgischen Gebrauch nicht mehr dienlich zu sein schien, in Wandschränke verbannt oder vernichtet wurde. Immerhin verstand man es, die reich mit Malerei und Schnitzwerk ausgestatteten Altarschreine und Flügelaltäre weiterhin für die christliche Unterweisung zu nutzen.
Einen
respektvollen Umgang mit alten Kirchenausstattungen hatte es bereits vor
Reformation gegeben, wie Peter Knüvener (Berlin), unter dem Titel „Erneuern
und Erhalten“ anhand der Stendaler Kirchenneubauten des 15. Jahrhunderts und
ihrer Ausstattungen darlegte. Die Übernahme von Altären und Gerät hatte
demnach für Stendal einen weiteren Grund im Rückgang der wirtschaftlichen und
kulturellen Bedeutung der Stadt gegenüber dem zunehmend dominierenden
Magdeburg. Allzu aufwändige Neuausstattungen der Kirchen waren so kaum möglich.
Ebenfalls zwischen „Rezeption und
Renovation“ bewegte sich in der Reformationszeit, gemäß den Ausführungen
von Dipl.-Rest. Burckhard Kunkel, der Umgang mit mittelalterlichen Ausstattungen
pommerscher Kirchen. Im Sinne der neuen Lehre wurden z.B. Heiligenfiguren
bergende Kastenflügel vernagelt oder Altarbilder entfernt bzw. mit neuen
Motiven übermalt – falls man diese nicht, was häufig geschah, als der
evangelischen Glaubenslehre entsprechend betrachtete und daher erhielt oder ergänzte.
Die ästhetische Wertschätzung und der Respekt, der ihrem Alter
entgegengebracht wurde, trug ebenso wie ihre Verwendbarkeit für die
evangelische Katechese dazu bei, dass die Ausstattungsstücke vielfach bis heute
überdauerten.
Dass sich bei der früh-neuzeitlichen
Weiterverwendung mittelalterlicher Ausstattungstücke in gewandeltem
liturgischem und katechetischem Kontext Lutheraner und Katholiken nicht grundsätzlich
unterschieden, machte Dr. Grażyna Julowlaniec (Warschau) anhand der Kirchen
im herzoglichen und königlichen Preußen in der Zeit von 1525 bis 1772
deutlich. Bei beiden Konfessionen ging es, neben den bereits genannten Faktoren,
um den Nachweis von Anciennität und Kontinuität, dies in einer Zeit, in der
auch die Geschichtsschreibung bzw. -forschung sich darum bemühte, die gegenwärtigen
Verhältnisse durch den Rückgriff auf historische Quellen zu legitimieren.
Kontinuität und Wandel im Zuge des durchaus
wechselvoll verlaufenden Konfessionalisierungsprozesses veranschaulichte Dr.
Agnieszka Madej-Anderson (Leipzig) am Beispiel der Krakauer Marienkirche. Sie
betonte indes die neben der liturgischen nicht zu unterschätzende soziale
Dimension des Kirchenraums, der in diesem konkreten Fall – mit einem prächtigen
Ratsgestühl versehen – als Rahmen für die feierlichen Gottesdienste des
Rates der Stadt diente und damit eine wichtige Rolle bei der Repräsentation des
städtische Gemeinwesens spielte.
Die Bedeutung der Kirchenausstattung für
die Konstitution des Kirchenraumes zeigte Sabine-M. Weitzel (Greifswald) am
Beispiel der Stralsunder Nikolaikirche auf, die – vom Bildersturm weitgehend
unberührt – ein seltene Fülle von mittelalterlichen Altären und anderen
Ausstattungsstücken bewahrt hat. Hier ist noch heute zu erfahren, wie sehr die
Altäre und Kapelleneinbauten der einzelnen Zünfte, Bruderschaften und
Kaufmannsfamilien in vorreformatorischer Zeit den Kirchenraum strukturierten,
der stets einer Vielzahl parallel und unabhängig voneinander sich vollziehender
Gottesdienste sowie der privaten Andacht diente.
Als vielfältigen liturgischen Funktionen
dienenden Raum beschrieb Dr. Liliana Krantz-Domasłowska (Posen) auch die
Franziskanerkirche zu Thorn im 14. Jahrhundert. Mit ihrem von der spezifischen
Spiritualität des Minoritenordens geprägten seelsorgerischen Angebot standen
die Franziskaner durchaus in einer Konkurrenzsituation zu den Pfarrkirchen der
Stadt. Hier war es wichtig, einen attraktiven Rahmen für die Liturgie zu präsentieren,
was man durch eine reiche, fast schon im Gegensatz zu den strengen Vorgaben des
Ordens stehende Ausstattung und eine besondere Offenheit und Zugänglichkeit des
Raumes für die Gläubigen zu erreichen suchte.
Einem besonderen Aspekt der Ausstattung schwedischer Landkirchen widmete sich Tobias Kunz (Berlin), der nach der ursprünglichen Funktion der erhaltenen, oft in der Gestaltung einander ähnlichen hölzernen Madonnen der Zeit um 1200 fragte. Nicht erweisen lässt sich demnach, dass diese einem Gnadenbild nachgeschaffen wurden oder selbst den Gnadenbildcharakter aufwiesen, wie er ihnen aufgrund des heutigen, meist fragmentarischen, dem früheren Zusammenhang eines Retabels entrissenen Zustand bisweilen zugesprochen wird. Es dürfte sich vielmehr um Bilder der Patronin eines Marienaltars handeln, welche dieselbe liturgische Funktion wie die Bilder von Patronen anderer Altäre aufweisen. Die Ähnlichkeit erklärt sich aus der zentralisierten Bildproduktion und der Kontrolle der schwedischen Bischöfe über die Landkirchen.
Hintergrundinformationen zum Verständnis des Kirchenraums in Mittelalter und früher Neuzeit bot Dr. Thomas Lentes (Münster) in seinem Abendvortrag. Als „terribilis locus“, als erfurchtgebietend und abgegrenzt, erschien der Kirchenraum, obwohl er selbst die Grenzen von Raum und Zeit sprengte, also Himmel und Erde miteinander verband und die gesamte Heilsgeschichte gegenwärtig setzte. Hatte das frühe Christentum ein sakrales Verständnis des gottesdienstlichen Raumes abgelehnt, so galt der analog dem Taufakt geweihte Kirchenraum dem Mittelalter als insbesondere durch die sakramentale Präsenz Christi in der Feier der Eucharistie geheiligt. Die Reformation schloss sich zwar an der Kritik mittelalterlicher Reformbewegungen an einer Überbetonung der Sakralität des Raumes an, sah in diesem aber ebenfalls stets mehr als einen Funktionsraum für die Versammlung der Gemeinde.
Der
zweite Tag der Veranstaltung wurde von Dr. Juliane von Fircks eröffnet, die
Untersuchungen zur Neuausstattung des
Chors der Kirche des Doberaner Zisterzienserklosters der Zeit um 1300 vorstellte
und insbesondere auf die skulpturale Ausstattung einging. Wie die Betrachtung
der einzelnen Ausstattungstücke (Hochaltarretabel, Kelchschrank, Grabtumba,
Glasfensster) ergab, bewegte man sich auch hier zwischen den Polen Tradition und
Erneuerung. So wurde etwa bei der Umgestaltung des Hochaltarretabels die
zentrale Marienfigur entfernt, dieser jedoch als Leuchtermadonna eine neue, den
Mönchschor in besonderer Weise bestimmende Funktion zugewiesen.
Axel Attula (Ribnitz-Damgarten) stellte
sechs Bildtafeln des 16. Jahrhunderts vor, die sich in der Kirche des 1323 gegründeten,
später in ein adliges Damenstift umgewandelten Klarissenklosters zu Ribnitz
erhalten haben. Die in ihrer Art einzigartigen Tafeln, auf denen in teilweise
naiv anmutender Malerei jeweils verschiedene biblische Szenen vereint
dargestellt werden, dürften demnach im Ribnitzer Kloster selbst von einem die
Nonnen als Seelsorger betreuenden Geistlichen angefertigt worden sein und
dienten wohl im Nonnenchor der Illustration der Predigt ebenso wie der privaten
Versenkung in die Geheimnisse der Heilsgeschichte.
Von der bescheidenen Klosterkirche lenkte
der folgende Vortrag von Dr. Monika Jakubek-Raczkowska (Thorn) den Blick in die
architektonisch aufwändig gestaltete Marienkirche zu Danzig. Unter den
zahlreichen erhaltenen, auf fromme Stiftungen von Gilden, Bruderschaften und
angesehenen Familien zurückgehenden Altären hob sie den um 1430 entstandenen
Altar der Jakobskapelle hervor, bei dem die vollplastische Figur des Apostels
Jakobus d.Ä. von denen der Gottesmutter Maria und der hl. Katharina flankiert
erscheint. Dieser Altar kann als prägnantes Beispiel für den sog.
„Andachtskastentypus“ gelten, der ebenso der gemeinschaftlichen Feier der
Liturgie wie auch der privaten Andacht der einzelnen Gläubigen gedient haben dürfte.
Nicht auf das Deutschordensland Preußen
beschränkt, doch dort in besonderer Weise verbreitet und mit spezifischen
Merkmalen ausgestattet waren die sog. „Schreinmadonnen“, die Dr. Gudrun
Radler (Königstein/ Ts.) vorstellte. Diese Figuren der thronenden oder
stehenden Muttergottes ließen sich zu entsprechenden feierlichen Gelegenheiten
tryptichonartig öffnen und präsentierten sich dann als Schutzmantelmadonnen,
bargen zudem in ihrem Inneren oft Dreifaltigkeits- bzw.
Gnadenstuhldarstellungen, dürften so – im einzelnen nicht mehr bekannten –
kultischen und liturgischen Zwecken gedient haben, dies wahrscheinlich, wie
heute noch in Elbing erfahrbar, als Mittelteil eines Altares.
Gehörten aufwändige Skulpturen wie die
Schreinmadonnen wohl vornehmlich zur Ausstattung von spätmittelalterlichen
Burgkapellen oder Klosterkirchen des Deutschordenslandes, so waren die
Landkirchen dieses Gebiets bescheidener eingerichtet. Als ihren besonderen
Schmuck lassen sich indes Wandmalereien ausmachen, welche die architektonisch
ungegliederten Wände der Kirchen überzogen und neben biblischen Motiven solche
der Heiligenlegenden aufwiesen. Prof. Dr. Christofer Hermann stellte eine Reihe
solcher Bildzyklen vor, die wohl vor allem lehrhaften Charakter besaßen, von
den Geistlichen also zur Illustration der Predigt genutzt wurden. Bislang hat
die kunstwissenschaftliche Forschung sich dieses Themas erst in Ansätzen
angenommen.
Von herausragender geistlicher wie
weltlicher Bedeutung war für das Deutschordensland die als Hochmeisterpalast
dienende Marienburg an der Nogat. Deren sakraler Rang war nicht zuletzt in der
besonders reichen Ausstattung ihrer Kirche mit prominenten Reliquien begründet,
die von weither Pilger an sich zogen. Dr. Kazimierz Pospiezny (Marienburg) ging
in seinem Vortrag auf die Art und Weise ein, in der die Reliquien dort
aufbewahrt und bei besonderen Gelegenheiten dem Volk, etwa von eigens
eingebauten Emporen aus, präsentiert wurden. Eigene Räume für die
Aufbewahrung von verehrten Reliquien finden sich aber auch auf weiteren Burgen
des Deutschen Ordens, die somit, ebenso wie die Marienburg, geistliche und
weltliche Funktionen miteinander verbanden.
Auch wenn ein großer Teil von ihnen
verloren gegangen ist, so findet sich in den Kirchen des Deutschordensland doch
mit ca. 330 Exemplaren immer noch ein ungewöhnlich reicher Bestand an
mittelalterlichen Grabplatten. Diese spiegeln die wichtige Funktion der Kirchen
jeglicher Art als Begräbnisplätze, war man hier dem fürbittenden Gebet für
die Verstorbenen, wie es in jeder Eucharistiefeier verrichtet wurde, doch
besonders nahe, konnte zudem mit entsprechend gestalteten Grabplatten der
soziale Rang, den man im Leben eingenommen hatte, für die Nachwelt dokumentiert
werden. Wie Dr. Tadeusz Jurkowlaniec (Warschau) mit zahlreichen Beispielen
belegte, unterschieden sich die meist aus Stein, bisweilen aber auch aus Bronze
gefertigten Grabplatten in ihrer Machart indes kaum von denen benachbarter
Gebiete.
Ein besonders prominentes Grabmal, nicht im
Deutschordensland, sondern in Schlesien, nahmen Dr. Romuald Kaczmarek und Dr.
Jacek Witkowski (Breslau) in den Blick: Das der hl. Herzogin Hedwig in einer
Kapelle der von ihr gegründeten Klosterkirche zu Trebnitz. Sie verfolgten die
vielfachen Wandlungen und Ergänzungen, denen Grabmal und Kapelle vom 13. bis
zum 18. Jahrhundert unterworfen waren. Bei allen Neuerungen der Zeit der
Renaissance und des Barock, die auf eine wesentliche Steigerung der Pracht der
Anlage zielten, wurden doch weder die gotische Architektur angetastet noch das
Grabmal in seiner Grundstruktur verändert, zeigte sich damit insgesamt doch über
die Jahrhunderte hinweg ein ausgesprochen behutsamer, von großem Respekt
getragener Umgang mit der ursprünglichen Grabstätte der Heiligen.
Über Ausstattungen pommerscher Kirchen des
Barock referierte Detlef Witt (Stralsund), der in den Mittelpunkt seiner Ausführungen
die Werke des Stralsunder Bildhauers Elias Kessler stellte. Ein Vergleich seiner
zahlreichen, noch heute in vielen Kirchen der Region befindlichen Altaraufbauten
mit denen anderer Künstler der Zeit zeigte etwa die besondere Lebendigkeit auf,
die Kessler den Figuren Christi, biblischer Gestalten und Engel zu verleihen
vermochte. Betrüblich erscheint, dass die Qualität seiner Werke erst sehr spät
erkannt wurde, manches daher noch in jüngerer Zeit verloren ging oder sich
heute noch in bedenklichem, unrestauriertem Zustand befindet.
War mit den beiden voraufgehenden Vorträgen
der Bogen bis zu den Kirchenausstattungen des Barock geschlagen, so wandte sich
der abschließende Abendvortrag wiederum dem ausgehenden Mittelalter zu. Prof.
Dr. Barbara Welzel (Dortmund) widmete sich dem berühmten Tryptichon des Jüngsten
Gerichts, das Hans Memling in Brügge für die florentiner Grabkapelle eines in
Brügge wirkenden italienischen Kaufmanns geschaffen worden war, seinen
Bestimmungsort aber nie erreicht hatte, vielmehr bei seinem Transport auf See
von einem Danziger Schiff gekapert und in die Danziger Marienkirche verbracht
wurde, wo es fortan die Kapelle der exklusiven Georgsgesellschaft schmückte.
Auch in seiner ursprünglich nicht intendierten Umgebung und Zweckbestimmung
entfaltete das Kunstwerk eine beträchtliche Wirkung, konnten die Mitglieder der
Georgsgesellschaft dem Bild doch neue Sinnebenen zuweisen, seine Inhalte mühelos
auf ihre eigene religiöse Vorstellungswelt beziehen und es für ihre
Gruppenidentität bzw. die Selbstdarstellung im Gefüge der städtischen
Gemeinwesens nutzen.
Im Rahmen einer abschließenden Exkursion,
die nach Stralsund, Ribnitz-Damgarten und Bad Doberan führte, konnte mancher in
den Vorträgen angesprochene Ausstattungsgegenstand vor Ort in Augenschein
genommen werden. Einen Höhepunkt bildete hierbei der kostbare spätmittelalterliche
Paramentenschatz der Stralsunder Nikolaikirche, den Dr. Juliane von Fircks im
dortigen Kulturhistorischen Museum präsentierte. Dass dieser in solch großer
Reichhaltigkeit und stofflicher Unversehrtheit erhalten geblieben ist, spiegelt
einmal mehr den – in vielen der Vorträge der Tagung angesprochenen – trotz
reformerischer Wandlungen und reformatorischer Umbrüche insgesamt behutsamen
und respektvollen Umgang wider, der den als altehrwürdig betrachteten
Kirchenausstattungen des südlichen Ostseeraums zuteil wurde, und der bis heute
einen lebendigen Eindruck von der Funktionsweise des Kirchenraumes im Verlauf
der Jahrhunderte vermittelt.
Diese
Veranstaltung wurde gefördert von
der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien